Datensicherungskonzept für Unternehmen
Daten können durch technisches Versagen, versehentliches Löschen oder durch Manipulation unbrauchbar werden bzw. verloren gehen. Unternehmen sollten daher Datensicherungsrichtlinien verankert haben, damit mit einem redundanten Datenbestand der Betrieb kurzfristig wieder aufgenommen werden kann. Das sollte auch möglich sein, wenn ein Teil des operativen Datenbestandes verloren gegangen ist.
Die Konzeption einer angemessenen und funktionstüchtigen Datensicherung sollte daher sehr durchdacht und geplant sein.
Wir haben hier kurz zusammengefasst, was zu beachten ist, damit eine Datenrettung erfolgreich ist und der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.
Planung und Konzeption
Vor dem evaluieren von Backup System, sollten der Umfang und Abläufe der Datensicherung geklärt werden, dazu zählt u.a. folgendes:
- Welche Daten sollen gesichert werden
- Wie groß ist das Datensicherungsvolumen
- Müssen bestimmte Daten getrennt aufbewahrt werden
- Wer hat außer dem Systemadministrator Zugriff auf die Datensicherung
- Wie oft pro Woche, pro Tag soll eine Sicherung durchgeführt werden
- Welche Faktoren können die Datensicherung beeinflussen
- Wie werden die Mitarbeiter zur Datensicherung verpflichtet
- Kontrolle der Prozesse
Wichtig ist zu erkennen, welche Daten denn wirklich relevant sind. In Firmen- und Privatnetzwerken gibt es eine Menge von s.g. Datenmüll, den man vor dem Aufbau eines Sicherungsprofiles von der Festplatte entfernen sollte. Man muß diese Daten nicht löschen, aber es empfiehlt sich diese Daten auf ein externes Medium wie CD ROM, DVD oder Blu-Ray zu speichern und an einem feuer- und wasserfesten Ort zu speichern.
Auswahl des Backup / Datensicherungslösung
Es gibt Datensicherungssoftware und Hardwarelösungen, die je nach Datenvolumen und Sicherheitstandard eingesetzt werden können.
Datensicherung in einem Unternehmen sollte eine genauste Dienstleister- und Hardwareanalyse vorrausgehen, z.B.:
- sollten die Daten intern oder extern gesichert werden
- Wieviel Speicherplatz werde ich benötigen
- Ist die Auslagerung von einzelnen Daten in einem Safe oder Bankschließfach notwendig
- Wie oft wird die Datensicherung durchgeführt
Klären Sie auch folgende Fragen:
- kann die Datensicherungssoftware ein falsches oder beschädigtes Medium im Sicherungslaufwerk erkennen
- Arbeitet die gewählte Hardware problemlos mit dem anderen IT Systemen
- Können Sicherungen automatisch erstellt werden
- Password und Verschlüsselung von Daten – wie läßt das System das zu
- Daten sollten in Abhängigkeit zur letzten Sicherung wiederhergestellt werden können
- Durch Vorgabe geeigneter Include- und Exclude-Listen bei der Datei- und Verzeichnisauswahl sollte genau spezifiziert werden können, welche Daten zu sichern sind und welche nicht. Es sollte möglich sein, diese Listen zu Sicherungsprofilen zusammenzufassen, abzuspeichern und für spätere Sicherungsläufe wieder zu benutzen.
- Die zu sichernden Daten sollten auch auf Festplatten und Netzlaufwerken abgespeichert werden können.
- Bei der Datenrettung / Datenwiederherstellung sollte es möglich sein zu wählen, ob die Daten am gleichen Ort oder woanders wiederhergestellt werden sollen
Nehmen Sie sich Zeit für die Auswahl und überlegen sich genau, was wirklich gebraucht wird und was ein nice-to-have ist.
Handelt es sich bei Ihren Daten hauptsächlich um Adress- und Kundendaten, sollte auch überlegt werden, ob man nicht auf ein SaaS Customer Relationship Management, kurz CRM System wie Salesforce zurückgreift. Sie speichern die Daten verschlüsselt im Internet und können jederzeit darauf zurückgreifen. Die Datensicherung oder Datenrettung im Fall eines Verlustes wird durch den Anbieter garantiert.
Einführung und Ausbildung der Mitarbeiter
Das beste Datensicherungskonzept nützt nur etwas, wenn das Unternehmen und die Mitarbeiter in die Datensicherungsprozesse integriert und ausgebildet werden.
- Klären Sie Mitarbeiter über Funktionsweise und Pflichten auf
- Schulen Sie den Umgang mit der Datensicherungsoftware regelmäßig
- Information aller Mitarbeiter über Warnhinweise und Meldungen, die auf einen Fehler der Datensicherung hinweisen
- Bestimmen Sie einen Datensicherungsverantwortlichen pro Abteilung oder Geschäftszweig, der direkt mit der IT kommuniziert
- Implementieren Sie eine IT Policy in der Pflichten und Aufgaben festgehalten werden
Weiterführende Literatur:
Datensicherung im Unternehmen – Netzwerksicherheit mit Firewalltechnologie
Datenschutz und Datensicherung: IT-Praxis-Reihe für Aus- und Weiterbildung
Datensicherung unter Linux: Grundlagen, Werkzeuge, Konzepte
Datensicherung und Archivierung: Möglichkeiten im Buchverlag
Auswahl von Datensicherungskonzepten für Windows-Clients: Wirtschaftliche Rentabilität einer Datensicherung von lokal gespeicherten Daten am Beispiel der DATEV eG
Detailierte Informationen über den Datensicherungsprozess, inkl. Vorlagen, spezifischen Ausführungen finden Sie auf www.bsi.de