Solid State Disks (SSD) – die Zukunft?



Quelle: c’t 9/2008

Gehört die gute alte Festplatte bald zum alten Eisen und wird von einem neuem Speichermedium abgelöst? Keineswegs, wird die Antwort von Festplattenherstellern wie Seagate lauten. Hersteller von Solid State Disks, kurz SSDs, sehen das ganz anders. Ihrer Meinung nach gehört die Zukunft dem wesentlich kleineren, aus Speicherchips aufgebauten Medium SSD. Auf die Frage nach Vorteilen der SSD gegenüber Festplatten reagieren Verfechter dieser Technologie mit Verweis darauf, dass SSD zum einen robuster und energiesparender seien und zudem wesentlich bessere Zugriffszeiten bieten würden. Was ist wirklich dran an diesem neuen Speichermedium? Werden Festplatten bald ein trauriges Dasein im Keller neben der Diskettenbox fristen?. Die Redakteure der Fachzeitschrift c’t nahmen sich dieser Fragen an und testeten fünf derzeit verfügbare SSD-Modelle.

Gleich zu Beginn des Testberichts macht sich Enttäuschung breit. Solid State Disks mit 128 oder gar 256 Gigabyte bleiben sogar Redakteuren einschlägiger Fachzeitschriften wie der c’t verwehrt. Die Tester mussten sich vielmehr mit Modellen bis 64 Gigabyte zufrieden geben. Was die Größe der SSDs angeht, versprachen die Hersteller jedoch nicht zu viel. Die Transcend- und Mtron-Modelle sind 2,5 Zoll groß, Hamas SSD ist den c’t-Angaben zufolge einen halben Millimeter niedriger und Samsungs MCC0E64G8MPP misst gerade einmal 1,8 Zoll. Um die Geschwindigkeit zu checken, benutzten die Tester ein Asus (P5E3 WS Professionell) Mainboard mit einem Intel Core 2 Duo E8500 (3,16 GHz, 2 GB RAM) und den hauseigenen Festplattenbenchmark H2benchw. Um es vorwegzunehmen: Das Hama- und das Transcend-Modell (TS32GSSD25S-M) versagten kläglich. Die Mtron-SSD ( MSP-SATA7025032 SSD PRO 7000) überzeugte hingegen laut c’t mit mittleren Lese-Transferraten von 105 Mbyte/s sowie 80 Mbyte/s beim Schreiben. Dicht dahinter lag das Samsung-Modell.

Auch in den anderen Benchmarktests punkteten vor allem die Mtron- und die Samsung-SSD. Beide bewiesen laut c’t, dass Flashspeicher vor allem mit Blick auf die Systemgeschwindigkeit eine ernstzunehmende Alternative darstellen. Der Aspekt Energieeffizienz dürfte sich vor allem bei SSDs in Servern und großen Storage-Systemen bemerkbar machen, Notebook-Besitzer werde er laut Test kaum betreffen.

Was die Zukunft angeht, sehen die c’t-Redakteure durchaus Bereiche, in denen Solid State Disks herkömmliche Festplatten ablösen werden – vorrausgesetzt die Speicherkapazität steigt merklich und die Geräte werden erschwinglich. Was das alte Eisen, sprich herkömmliche Festplatten, anginge, führe in bestimmten Bereichen auch zukünftig kein Weg an diesen vorbei. Insbesondere dort nicht, wo große Datenmengen gespeichert werden.

Einen ausführlichen Testbericht mit detaillierter Testtabelle zu den einzelnen Kandidaten findet man in der aktuellen Ausgabe der c’t (9/2008).